Niemand muss bei Kälte auf der Straße schlafen
Erfrierungsschutz ist gestartet
Der bereits seit dem Winter 2002/2003 von der Stadt Offenburg, dem Ortenaukreis und dem AGJ-Fachverband für Prävention und Rehabilitation Freiburg (AGJ) bereitgestellte Erfrierungsschutz in Offenburg ist gestartet. „Niemand soll und muss bei Kälte auf der Straße schlafen. Unser gemeinsames Ziel ist daher die Versorgung von wohnungs- und obdachlosen Personen im Winter mit einem warmen Schlafplatz“, betont Bürgermeister Hans-Peter Kopp.
„Für obdachlose Menschen besteht insbesondere im Winter die Gefahr lebensbedrohlicher Situationen. Die Notschlafstelle in Offenburg hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil der niederschwelligen Wohnungslosenhilfe entwickelt“, teilt In-grid Oswald, Leiterin des Amts für Soziales und Versorgung des Ortenaukreises, mit. „Zwischenzeitlich konnte das Angebot auf Kehl und Lahr erweitert werden. Im Ortenaukreis kann damit auch in diesem Winter zusammen mit den drei Standortkommunen der Tagesstätten der Kälteschutz angeboten werden.“
„Dank der guten Zusammenarbeit von Kreis und Stadt sowie der von der Stadt Offenburg bereitgestellten Räumlichkeiten verfügt der Erfrierungsschutz auch in diesem Jahr über ausreichend Flächen und Plätze, sodass genügend Abstand eingehalten werden kann“, erklärt Sebastian Winter, Leiter der ambulanten Hilfen der AGJ-Wohnungslosenhilfe im Orte-naukreis. „Insgesamt stehen im Offenburger Erfrierungsschutz in diesem Winter bis zu zwölf Betten zur Verfügung. Bei Bedarf können im Rahmen des Schutzkonzeptes weitere Personen aufgenommen werden.“
„Menschen, die dieses Angebot nutzen möchten, melden sich bei den Mitarbeitenden der Ambulanten Hilfen für Wohnungslose in der Wasserstraße 22a an. Dann können sie den nächtlichen Erfrierungsschutz nutzen, von Montag bis Freitag zwischen 16 und 8 Uhr und am Wochenende sogar rund um die Uhr“, so Winter. Nach der Übernachtung können sie in die Wärmestube, die sich in gut erreichbarer Nähe befindet. Dort besteht tagsüber zwischen 9 und 12.30 Uhr die Möglichkeit, sich aufzuwärmen.
Die Stadt Offenburg kümmert sich ganzjährig um Menschen ohne Obdach und hält hierfür ständig Räume vor. Offenburger Obdachlose können sich im Salzhaus beim städtischen Team „Gewerbe, Sicherheit und Ordnung“ melden und werden dann kommunal untergebracht. Auch nachts und an Wochenenden sind für Notfälle entsprechende städtische Räume erreichbar – die Stadt arbeitet hier eng mit der Polizei zusammen.
Hilfsangebote
Auch der Ortenaukreis fördert eine Vielzahl an integrativen Hilfsangeboten für wohnungslose Menschen, die an den unterschiedlichen Bedarfen der Menschen ausgerichtet sind. „In Offenburg übernimmt der AGJ-Fachverband die durch den Kreis übertragenen Aufgaben und ist ein wichtiger Akteur im Bereich des Erfrierungsschutzes und der Wohnungslosenhilfe,“ teilt Ingrid Oswald mit. Im Ortenaukreis erhalten Menschen, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, an drei Tagesstätten in Kehl, Lahr und Offenburg niederschwellige und direkte Unterstützung zur Alltagsbewältigung. Die Tagesstätte Wärmestube in Offenburg ist Anlaufstelle für Menschen, die in schwierigen Lebenslagen sind. Der AGJ-Fachverband leistet hier schnelle und unbürokratische Hilfe und ist für den Kreis ein verlässlicher Partner.
Ergänzend kümmert sich seit einigen Jahren eine von der Stadt Offenburg eigens eingestellte Sozialarbeiterin um die Menschen in den kommunalen Unterkünften. Hilfestellung erfolgt hier unter anderem bei der Suche nach einer Wohnung oder Arbeitsstelle, bei der Kommunikation mit Behörden oder finanziellen Angelegenheiten.
Sachspenden in Form von gut erhaltenen Winter-Schlafsäcken und Winterschuhen können gut gebraucht werden. Abgabe nach telefonischer Rücksprache unter Telefon 0781/92010 im St. Ursula-Heim.
