Die einführenden Worte zur Vernissage hält Galerist Ernst W. Schneider aus Ottersweier. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage vom Akkordeon-Duo Branco Kersic und Beatrice Schön. Unterstützt wird die Reihe vom gastgebenden Paul-Gerhardt-Werk und der Abteilung Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Offenburg.
Ausgehend von seiner Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Emil Schumacher in der Welt des abstrakten Expressionismus beginnt bei Rainer Braxmaier der Malprozess bei der „Poesie des Materials“: gebrauchte Papiere, Kartons, Verpackungsmaterialien wie Versuche mit unkonventionellen Materialien wie Lackfarben, Haferflocken oder Fundstücken als Collagematerialien.
Das alles gehört zur Entwicklungsgeschichte seiner Motive, die fast nie von vorneherein festliegen, sondern sich aus den „vorbereitenden materiellen Umständen“ – also der Wahl von Form, Struktur und Größe des Bildgrundes – entwickeln und ihre Geschichte erzählen. Dadurch verkürzt Rainer Braxmaier die Abfolge von Idee und Bildauftrag fast bis zur Gleichzeitigkeit. Seine Bilder sind niemals die Illustration einer vorgefassten Idee, sondern entwickeln sich in der bildnerischen Arbeit zu einem autonomen Stück, das möglichst authentisch seine momentane Befindlichkeit spiegelt.
Es darf ohne „maßlose Übertreibung“ darüber spekuliert werden, dass seine Malerei und Zeichnung an die Wurzeln der modernen Malerei erinnert: „Cezanne hat die Kunst revolutioniert, indem er die Strukturen der Malerei in seinen Bildern offenlegte. So wurde die Art und von der Tradition Weise, wie das Bild auf der Leinwand entsteht, wichtiger als das, was dargestellt ist. Die Befreiung der Kunst von der Perspektive und von einem noch immer von der Antike geprägten Körperideal war enorm einflussreich und eine maßgebliche Voraussetzung für die Entwicklung einer abstrakten, gegenstandslosen Kunst.“ So das Begleitheft zur diesjährigen Frühjahrsausstellung der Fondation Beyeler.
Gleichzeitig ist bei der Betrachtung der Bilder von Rainer Braxmaier der Geist von August Macke zu spüren, der mit seiner Malerei „die Welt durchfreuen wollte“.
Die Ausstellung im Foyer der Klinik des Paul-Gerhardt-Werkes ist bis 15. September täglich von 9 bis 17 zu besichtigen.
Am 22. Juli um 15 Uhr ist ein Bildgespräch mit Renate von Heimburg in der Reihe „Ein Nachmittag mit Frau von H." vorgesehen.

